Südsteirische Weinstraße

Klapotetz im Sonnenuntergang

Endlich raus!

Gefühlt hab ich die letzten Wochen durchgearbeitet. Und das an verfahrenen, nicht wirklich befriedigenden Projekten.

Da war eine Auszeit dringend nötig und unser lange vorgenommener und kurzfristig geplanter Trip in die Südsteiermark kam mir ganz recht.

And what a trip it was!

Am Freitag sind wir am späten Abend raus gefahren. In der Dunkelheit konnte ich gar nicht sehen, welche Schönheit und Ruhe mich da erwarten.

Aber nach einem köstlichen, reichhaltigen Frühstück ging`s über Stock und Stein, durch die in allen herbstfarben leuchtenden Hügeln des Rebenlandes. Vielleicht bilde ich mir das nur ein, aber dies verträumten Hügeln mit den vereinzelten Höfen, die sich auf die Kuppen und damit direkt in die Sonne gesetzt haben, verlangsamen alles: Die Tage, den eigenen Herzschlag, wahrscheinlich sogar die Zeit selbst.

Zwischen Buschenschanken und Maroni-Standln verbrachten wir richtig goldene Tage, ich hab mein Zeitgefühl und meine Sorgen verloren, kein Gedanke an die Arbeit, die zu Hause liegen geblieben war. Das kann auch am Wein gelegen haben. Die Gegend ist bekannt für fein-fruchtige Sauvignon blancs und überhaupt hervorragende Weißweine.

Glanz an der WeinstraßeDer Chardonnay heißt hier Morillon, gleich die nächste französische Sorte, die sich in der Steiermark wohl ausgebreitet haben, weil Erzherzog Johann um 1820 ein Musterweingut in der Steiermark anlegen ließ, in dem er mit Hilfe von Spezialisten aus ganz Europa fremde Sorten anbauen, keltern und veredeln ließ.

Und ich hab die Ergebnisse diese Arbeit wohl genossen. Es gibt mindestens so viele gute Winzer in dem Gebiet wie Klapotetze. Ein Klapotetz ist eine Windräder-Vogelscheuche, die bei Wind klappert und so die gefiederten Horden davon abhält, sich an den süßen Trauben gütlich zu tun.

Das Geklappere gab dem Klapotetz auch den – eigentlich slowenischen – Namen. Und so wurde aus dem zweckmäßigen Radau-Rad ein Trademark für das Rebenland und seine Genüsse.

Aber nicht nur der Wein ist kostbar. Auch kulinarischen Genüssen warten auf einen neugierigen Lukullus.

Wer in der Steiermark allerdings kein Kernöl mag, wie jemand in unserer Truppe, den erwarten sicher erstaunte Gesichter. Dass man ein Tirmamisu auch ohne Kernöl zubereiten kann, kann man sicher auch den lieben Leuten an der südsteirischen Weinstraße erklären. Auf unseren Wunsch hin, einen der bestellten Käferbohnensalate ohne Kernöl zuzubereiten, fiel der Wirtin wahrlich das Lachen aus dem Gesicht. Sie konnte sich einfach nicht vorstellen, wie das Unterfangen Käferbohnen minus Kernöl zu bewältigen wäre.

Wer allerdings Kernöl und fleischliche Genüsse zu schätzen weiß, der ist im Rebenland sicher nicht gut bedient.

Kein Wunder also, dass die Rezepte, die ich mitgebracht habe, echte Kernölschmankerl sind:

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *